Identitätskonstruktionen in der Münzprägung von Philippopolis (Thracia)

  • Ulrike Peter Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Jägerstrasse 22/23 D–10117 Berlin
Keywords: Numismatik, Philippopolis, Identität

Abstract

Philippopolis, zentral im Inneren der Provinz an der Via Diagonalis gelegen und Sitz des thrakischen Koinon, besaß eine herausragende Stellung unter den Städten Thrakiens in der römischen Kaiserzeit. Dies äußerte sich auch in der Münzprägung, die vor allem in antoninischer und severischer Zeit ein beachtliches Ausmaß erreichte und eine große Typenvielfalt aufwies. Das Spektrum der Darstellungen umfasste landschaftliche Besonderheiten, wirtschaftliche Gegebenheiten, kulturelle und religiöse Bräuche, sportliche Agone, lokale Mythen, indigene Gottheiten, empfangene kaiserliche Privilegien, Akklamationen usw. Die Münzen, die auf der Vorderseite ein Bildnis des Kaisers oder eines Mitgliedes der kaiserlichen Familie abbilden und im Namen der Bewohner der Stadt bzw. der Metropolis Philippopolis herausgegebenen wurden sowie auf der Rückseite interessante lokale Bezüge zeigen, werden als Spiegelung städtischer Identität vorgestellt. Mit den zahlreichen Huldigungen an den Kaiser sind die Emissionen zugleich ein Zeugnis für das hochkomplexe Wechselspiel zwischen lokaler Polisidentität und der Einbindung in den römischen Reichsverband.

Published
2018-10-17